Die ersten Spielkarten wurden vermutlich von den Chinesen im 13. Jahrhundert verwendet. Europa erreichten sie etwas zu Beginn der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts über Agypten. Selbige waren es auch, die das erste Spiel mit Wettelementen, nämlich Ganjita, spielten. Die Spielkarten waren dabei allerdings noch aus Elfenbein gefertigt. Ein weiterer Vorläufer des heutigen Pokerspiels ist das persische Kartenspiel As Nas. Anders als beim ägyptischen Vorläufer, gab es bei As Nas bereits eine Hierarchie der Hände. Im 15. Jahrhundert entwickelten sich aus dem spanischen Primero, welches bereits eine gorße Ähnlichkeit zu Poker hatte, einige Ableger, wie etwa das französische Poque oder das deutsche Poch. Die namen Poch und Poque leiten sich vom Verb pochen ab, welches auf englsich to poke heißt. Daraus entwickelte sich in weiterer Folge der name Poker. Weitere Spiele, die die Entwicklung des Pokers beeinflusst haben könnten, sind das englsiche Brag und das französische Bouillote (Brelan).
Das Spiel wurde um etwa 1829 von französischen Siedlern nach New Orleans in die Vereinigten Staaten gebracht. Der englische Schauspieler Joseph Crowell berichtete zu dieser Zeit, dass das Spiel mit einem Deck aus 20 Karten von vier Spielern gespielt worden ist. Die Spieler setzen dabei auf die vermeintlich beste Hand. Von dort ausgehend, breitete sich das Spiel vor allem über Mississippi-Dampfschiffe über den gesamten Osten des Landes aus. Jonathan E. Green warnte 1834 als Erster schriftlich vor dem Kartenspiel. Er bezeichnete es als Schummelspiel, dass vielen Siedlern ihr ganzes Vermögen kostete. Während des Goldrausches Mitte des 19. Jahrhunderts breitete sich das Spiel rasant im Westen der Staaten aus. Nachdem sich das Spiel über die ganze USA ausgebreitet hatte, wurde einheitlich mit einem Deck aus 52 Karten gespielt. Zusätzlich dazu wurde der Flush eingeführt.
Viele Pokervarianten, wie etwa Stud Poker oder Draw Poker, wurden zum ersten Mal während des Sezessionskrieges von 1861 - 1865 gespielt. In dieser Zeitspanne wurde auch die Straße als Hand aufgenommen. Die erste Form der modernen Variante Texas Hold'em wurde wahrscheinlich erst um 1919 gespielt. Das Spiel hieß damals noch Wild Widow. Die neue Entwicklung war, dass als fünfte Karte erstmals eine Gemeinschaftskarte diente, also eine Karte, die jeder Spieler benutzen darf.
Einen Aufschwung in der Beliebtheit erlebte Poker bei Beginn der World Series of Poker Anfang der 1970er Jahre. Davor galt es als reines Glücksspiel, ohne strategische Elemente. Dieses verbreitete Bild wurde dadurch bestärkt, dass es in früherer Zeit, besonders im 19. Jahrhundert, des Öfteren zu handgreiflichen Auseinandersetzungen aufgrund von Betrügereien kam, die auch blutig enden konnten. Der Pokerboom fand jedoch erst mit dem Gewinn des Amateurspielers Chris Moneymaker bei der WSOP 2003 seinen Anfang. So haben sich die Teilnehmerzahlen für dieses Turnier in den letzten drei Jahren auf über 8.000 Spieler verzehnfacht. Eine weitere Auswirkung ist, dass immer mehr Spieler, auch Anfänger, über das Internet Poker spielen. Diese Entwicklung wird zusätzlich von den intensiven Werbemaßnahmen der Anbieter gefördert. Der Boom hat auch zur Folge, dass immer mehr Pokersendungen, hauptsächlich Turniere, im deutschsprachigen Fernsehen übertragen werden. Um den vielen Anfängern den Einstieg in das Spiel zu vereinfachen, produzieren viele Unternehmen Pokersets, denen das wichtigste Zubehör beiliegt. Diese Veränderungen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Poker in den letzten Jahren salonfähig geworden ist und von einer großen Masse gespielt wird.
Poker hatte lange Zeit einen sehr schlechten Ruf als reines Glücksspiel und wurde vor allem mit Kartenhaien und Falschspiel in Verbindung gebracht. Während der Entstehungszeit des Pokers im 19. Jahrhundert wurde es meist von Berufsspielern verbreitet, die Neulinge und Amateure durch überlegene Beherrschung des Spiels, teilweise aber auch durch Betrug, um ihren Einsatz brachten. Tatsächlich ist zwar die Verteilung der Karten zufällig, doch durch die freie Entscheidung der Spieler darüber, wann und wieviel sie setzen, ergibt sich eine starke strategische und auch psychologische Komponente. Gute Spieler verstehen es, durch Kenntnis der Wahrscheinlichkeiten und Beobachten der anderen Spieler schlechte Hände frühzeitig aufzugeben, Verluste gering zu halten und Gewinne zu maximieren. Bei einzelnen Turnieren, wie etwa der World Series of Poker, spielt das Glück jedoch eine wesentliche Rolle, da durch die Setzstruktur relativ kurze Spiele mit wenigen Händen erzwungen werden - mittlerweile gilt es als nahezu ausgeschlossen, dass sich ein Spieler zweimal in Folge durchsetzen kann. Trotzdem waren es diese Turniere, ebenso wie eine immer weitere Verbreitung freundschaftlicher Pokerrunden (zuerst in den USA, inzwischen zunehmend auch in Europa), die die strategischen Aspekte des Spiels bekannter und es damit salonfähig machten. In jüngster Zeit werden immer öfter Pokerturniere im Fernsehen übertrage, wodurch wird die Bekanntheit und Akzeptanz in der Bevölkerung erhöht wird. Dies liegt natürlich im Interesse der Onlinepoker-Anbieter, die sowohl die Turniere selbst, als auch die Fernsehübertragungen mitfinanzieren.
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